Zertifizierung
Viele Organisationen bieten Zertifizierungen im Bereich Projektmanagement an. Die richtige zu finden ist nicht einfach. Viele Autoren stellen die verschiedenen Zertifizierungen einander gegenüber, doch besser wäre es sie nebeneinander zu stellen. Allein die unterschiedliche Art und Weise der Durchführung macht einen Vergleich sinnlos. Hier ein paar Beispiele: Während die einen überwiegend mit Multiple-choice Fragen arbeitet, setzen die anderen primär auf Interviews durch Assesssoren. Einige bieten nach Erfahrung abgestufte Zertifizierungen an, andere nicht. Wer möchte schon Äpfel mit Birnen verglichen haben

Die zwei wichtigsten Zertifizierungen sind die der PMI und der IPMA (zusammen etwa 500'000 Zertifizierte). Allein über die Verbreitung haben diese schon den Charakter von Standards. Die PMP®-Zertifizierung der PMI ist sogar ISO-Standard.
Aber auch lokale Gegebenheiten und Branchenspezifika können bei der Auswahl der "richtigen" Zertifizierung eine Rolle spielen. Gerade bei Projekten im Bereich der öffentlichen Verwaltung sind Vorgehensweisen und darauf bezogene Zertifizierungen Pflicht (z.B. Hermes in der Schweiz). Solche Zertifizierungen können sogar überregionale Bedeutung gewinnen, wie im Falle von PRINCE2, dass ursprünglich aus Grossbritannien stammt, aber jetzt stark an Bedeutung gewonnen hat. Oft verschwimmen die Grenzen sogar. So ist die Projektmanagementmethodik des PMI, das sogenannte PMBOK®, der amerikanische Standard im Bereich Projektmanagement (ANSI-Standard).

PMI-Zertifizierungen spielen insbesondere bei grossen internationalen Unternehmen eine wichtige Rolle. Sowohl Methodik als auch Zertifizierung sind weltweit identisch und bieten sich daher als Basis für überregional einheitliche Vorgehensweisen und identische Karrierepfade an. Auch die gemeinsame "Sprache" in Form des Glossary spielt hier eine bedeutende Rolle.
Die IPMA lässt den Länderorganisationen mehr Freiheit bei der Ausgestaltung der Zertifizierungen, was den lokalen Gegebenheiten mehr Raum lässt. Aber auch die individuelle Prüfung durch Assessoren kann keine Gewähr geben für die Fähigkeiten eines Projektleiters in allen Situationen adäquat zu handeln. Aber sie kann einen persönlichen Eindruck vermitteln, der auf anderem Wege nur aufwändig zu erreichen ist.

Lassen Sie sich bei der Auswahl einer bestimmten Zertifizierung also von Ihrer beruflichen Zukunftsplanung leiten. Hier eine Auswahl von Fragen, die Ihnen helfen können.

  • In welcher Branche wollen Sie beschäftigt sein? 
    Es existieren Branchenschwerpunkte bei den verschiedenen Zertifzierungen.
  • Welche Art/Grösse von Unternehmung schwebt Ihnen vor?
    Je grösser die Unternehmung, destio wahrscheinlicher eine internattionale Ausrichtung/Zusammenarbeit
  • Wollen Sie zukünftig im internationalen Kontext arbeiten?
    Im internationalen Kontext sind einige Zertifzierungen unbekannt bzw. spielen eine untergeordnete Rolle.
  • Welche Bedeutung haben die verschiedenen Zertifizierungen in Ihrem geografischen Umfeld / Ihrer Branche?
    Es macht nur bedingt Sinn auf eine Zertifizierung zu setzen, die unbekannt ist.
  • Existieren lokal anerkannte Zertifizierungen als (zwingende) Alternative?
    Existieren administrative Vorgaben oder lokale Vorlieben?
  • Wird die Zertifizierung zu einem bestimmten Termin benötigt ?
    Einige Zertifzierungen werden nur zu bestimmten Zeitpunkten oder in begrenzten Zeiträumen angeboten.
  • Planen Sie eine Karriere im Bereich Projektmanagement?
    Nicht alle Zertifizierungssysteme bieten abgestufte Zertifizierungen an.

Und was spricht eigentlich gegen mehrere Zertifizierungen?


Zertifizierungen des PMI

Zertifizierungen der IPMA

Zertifizierung nach PRINCE2